02.07.2019

Papa in Vollzeit, Chef in Teilzeit

Otto Group-Führungskraft Diedrich Bremer macht es vor

 

 
Dr. Diedrich Bremer ist Bereichsleiter Consulting
bei der Otto Group

Schatz, wir müssen reden! So kam Diedrich Bremers Frau vor drei Jahren auf ihn zu, als die Kita-Eingewöhnung des zweiten Kindes vor der Tür stand. Bremer ist Führungskraft bei der Otto Group und macht vor, was heutzutage immer noch nicht Alltag ist: Er ist Vater und arbeitet in Teilzeit. "Wir merkten mit zwei Kindern einfach: Wenn beide in Vollzeit arbeiten, klappt das irgendwie nicht." Also beschlossen sie, beide ihre Arbeitszeit auf 80 Prozent zu reduzieren. Wie das ganz genau im Alltag funktioniert und welche Strukturen in Unternehmen erforderlich sind, damit eine gute Work-Life-Balance für alle klappt, erzählte Diedrich Bremer bei der letzten HR Group in Kooperation mit Hamburg@work am 25. Juni.

 

 

Der Montag ist für die Kinder geblockt 

 

Diedrich Bremer hat eine klassische Berater-Karriere hingelegt: Er startete bei McKinsey und arbeitet seit 2012 bei der Otto Group als Bereichsleiter in der Strategieberatung. Eine verantwortungsvolle Position mit einem vollen Kalender, in dem seit drei Jahren nun montags ein fetter Terminblocker für die Kinder steht. Kann das überhaupt funktionieren? "Ja, das klappt sogar sehr gut, auch wenn es manchmal Ausnahmen gibt", sagt Bremer. "Es ist ja außerdem überhaupt nicht unüblich, dass der Chef einfach mal nicht erreichbar ist: Meetings, Dienstreisen und am Montag sind es eben die Kinder."

 

Montags bleibt Diedrich Bremer zu Hause, seine Frau dafür am Freitag. Während ihrer 80-Prozent-Teilzeittätigkeit haben beide jeweils noch einen "Kindernachmittag" eingerichtet und an einem Tag in der Woche holte die Babysitterin die Kleinen aus der Kita ab. Mittlerweile sind die Kinder vier und sechs Jahre alt. Das hat seine Frau und ihn dazu bewogen, gemeinsam auf eine 90-Prozent-Tätigkeit aufzustocken.

 

 

Karrierepläne ade?

 

"Mein Mut hat sich gelohnt!", sagt Bremer

"Ich musste anfangs natürlich erst einmal eine emotionale Hürde überwinden: Teilzeit? Ich wollte doch Karriere machen", so Bremer. "Mein Mut hat sich aber gelohnt! Ich habe bislang nur positives Feedback aus meinen Teams bekommen und es hat meiner Karriere nicht geschadet." Bremer empfindet es rückblickend sehr erfüllend, dass seine Frau und er eine sehr gute Bindung zu den Kindern haben und sich gleichzeitig auch beruflich verwirklichen können. Führen in Teilzeit und Führen auf Distanz kann also sehr gut funktionieren – mit dem richtigen Mindset, der nötigen Portion Flexibilität und den passenden Rahmenbedingungen. 

 

 

Auf die Unternehmenskultur kommt es an

 

Planen kann man natürlich viel, aber für die Umsetzung braucht es eine familienfreundliche Unternehmenskultur. OTTO bietet Beschäftigten der OTTO Einzelgesellschaft und der Otto Group Holding unter anderem im Rahmen der Future Work Initiative eine Reihe von Möglichkeiten für flexible Arbeitsmodelle. Dazu gehören die Ausstattung für mobiles Arbeiten, Flexible-Office-Lösungen, Gleitzeit-, Jobsharing- sowie Teilzeitmodelle und eben die Verankerung von Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Teil der Kultur. Der Wiedereinstieg wird begleitet und es gibt Unterstützungsangebote wie eine Ad-hoc-Betreuung bei Notfällen oder eine Ferienbetreuung. Bremer nutzt viele der Angebote, um Führen in Teilzeit umzusetzen: "Meine Chefin hat selbst Kinder, das Verständnis ist daher natürlich groß. Aber vor allem möchte ich auch ein Vorbild für meine männlichen Kollegen sein, damit sich mehr Väter trauen, in Teilzeit zu arbeiten."




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Projekt-Mitarbeiterin Christiane Herzig

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